Kräuterbuschen für Maria Himmelfahrt.

Auf zwei Stunden war alles vorbei.

Zeilarn: Einen Jahrhunderten alten Brauch gehen die Damen vom Zeilarner Frauenbund seit Jahren nach. Wieder einmal haben sie sich am Vortag ein paar Stunden Zeit genommen um Buschen für die Kräuterweihe zu fertigen. Für „Maria Himmelfahrt" das Hochfest der Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel. Dieses mal verlagerte sich der Ort nach Mannersdorf zur 1. Vorsitzenden Margot Böcklbauer. An die 200 Buschen hatten die fleißigen Frauen für die traditionelle Kräuterweihe gebunden. „Zutaten" wie Rosmarin, Wehrmut, Salbei, Johanniskraut, Pfefferminze, Goldrute, Rainfarn, Ringelblumen uvm. wurden verarbeitetet. Auf Tischen aufgereiht boten sie beim Ankommen ein herrliches Bild. Besonders viel gelb war darunter und ein angenehmer Duft stieg einem in die Nase. Reihum suchten sie Material die sie in ihre Buschen steckten. Zwischen sieben bis 99 Kräuter gehören in die Buschen. Keiner gleicht dem anderen. Gleich mit einem Band wurde er so gebunden das er auch jederzeit aufgehängt an der Vorhangschiene oder am Herrgottswinkel hängt. Die Sträuße aus Wildblumen und Kräuter sind abermals mehr als nur Zierde. Früher galten sie als magischer Schutz gegen böse Mächte und schlechtes Wetter. Die vielen bunten und gut duftenenden Buschen wurden am Feiertag in Schildthurn nach den Gottesdienst von Frauenbundmitgliedern vekauft. Den Erlös hierfür kommt für den Blumenschmuck der Filialkirchen der Pfarrei zu gute. Am Ende des Gottesdienstes wurden sie vom Domkapitular Josef Fischer geweiht, der auch den Gottesdienst zelebrierte. Anschließend gab es noch eine gute Brotzeit im „Hause Böcklbauer“.

Auf Tischen aufgereiht fanden sie ihre Zutaten, aus denen konnten sie wählen.
links Klara Gerner, Maria Schult und Marianne Huber haben die Buschen mit einer Kordel zusammengebunden und gleich eine Schlaufe zum Aufhängen mit eingebracht.